Ronald Gonko

Interview mit Ronald Gonko, 22.02.2019

Siehe auch: Piazzetta Bremen

Interviewer: Also, dann wollen wir anfangen. Und zwar damit, dass du uns als erstes einmal erzählst, als du in dieses Piazza-virtuale-Projekt hineingeraten bist, was da gerade deine Lebenssituation war. Wo standst du da so? Und wie ist der Kontakt dann mit Van Gogh TV zustande gekommen?

Ronald Gonko: Ja, meine Lebenssituation war, ich war Student. Ich war Student der sogenannten Filmklasse, Experimentalfilmklasse bei Professor Gert Dahlmann  an der Hochschule für Künste in Bremen und hatte mich schon einige Zeit mit Experimentalfilm, theoretisch und vor allen Dingen auch praktisch auseinandergesetzt. Und wir haben mit einem Kommilitonen, dem Axel Roselius zusammen, haben wir 1990 Hotel Pompino in 3Sat gesehen und waren fasziniert, gelinde gesagt. Wir waren begeistert und haben dann einfach spontan Kontakt aufgenommen nach. Ja, wir haben halt herausgefunden, wo die konzipieren und planen im Ponton Media Lab in Hamburg. Und die haben uns dann willkommen geheißen, indem sie einfach ein paar Monate später, nach der ersten Kontaktaufnahme, zu einem Symposium in die HFBK am Lerchenfeld in Hamburg eingeladen haben. Und so kam der Kontakt zustande. Und ansonsten, ja, ich hatte, habe nebenbei noch gearbeitet sehr viel, weil ich keine Studienfinanzierung zustande bekommen habe. Das war auch während der Piazza. Also, dann habe ich mir viele Nächte um die Ohren geschlagen, gearbeitet und dieses Projekt durchgeführt. Das war ziemlich anstrengend.

Interviewer: Also, Sie sind nach Bremen gekommen. Und es war sozusagen Liebe auf den ersten Blick. Oder, wie ist da die Entscheidung entstanden, dass in Bremen eine Piazzetta? Oder, wann war dieses Symposium in?

Ronald Gonko: Das war, glaube ich, im Herbst 1990. Und dann im Zuge dessen waren wir, sind wir assoziierte Mitglieder geworden und haben an verschiedenen interessanten Projekten noch teilgenommen. Ich kann mich an ein sogenanntes Telematik- beziehungsweise Videofonkonferenztraining erinnern, was Salvatore Vanasco 48 Stunden in der HFBK am Lerchenfeld gemacht hat, wo man einfach lernte, vor der Kamera zu agieren und mit Telekommunikationsmitteln, die einem damals zur Verfügung standen, Fax, dieses Mini-Picture-Phone, Video-, Audiomikrofon, und sozusagen von einem Klassenraum an der HFBK in einen anderen Klassenraum an der HFBK in Gruppenkommunikation tritt. Ob, was präsentiert man? Erzählt man von sich selber? Macht man Kunst? Macht man Performance? Das fand ich sehr spannend. Und wir haben da teilgenommen, weil zu dem Zeitpunkt es absehbar war, dass so etwas nicht in Bremen passiert. Es sei denn, wir machen es selbst. So kam das. Und im Vorfeld der Piazza war es dann so gewesen, dass, Axel Roselius ist nach Hamburg gegangen ins Lab. Und als sich das herauskristallisiert hat, dass das stattfindet, dass das in trockenen Tüchern ist, gab es die Planung, Piazzettas zu machen. Und in irgendeiner Form kam ich da ins Spiel. Oder Axel hat mich ins Spiel gebracht. Es war dann relativ schnell klar, dass ich da Lust dazu habe, das zu machen. Wie ich das mache, das hat sich dann die nächsten Monate gezeigt.

Interviewer: Bei Experimentalfilm denkt man jetzt erst einmal so an 16 Millimeter oder acht Millimeter. Gab es bei euch irgendwie auch schon Video oder vielleicht sogar Computer? Oder war das etwas, was da durch diese Aktivitäten eigentlich erst so in den Fokus geraten ist?

Ronald Gonko: Ganz kriege ich das nicht mehr in die Zeitschleife. Aber, es war in der Tat am Anfang, als ich da angefangen habe, ich glaube 1988 war 16 Millimeter, selbst prozessieren, acht Millimeter Film und nachbehandeln, schneiden, et cetera, Filminstallationen mit Mehrfachprojektion, solche Sachen. In der Praxis und theoretisch, Theoriekurse. Der Fokus war eindeutig auf dem Visuellen, in jedem Fall. Und das Kommunikative kam in der Tat in dem Augenblick ins Spiel, wo wir Hotel Pompino kennengelernt haben und die Ponton-Leute. Und das hat, ja, auch für die spätere Ästhetik sicherlich den Ausschlag gegeben, auf jeden Fall. Und das Equipment, das wir hatten, war relativ neuwertig. Es war eine große SVS-Schnittanlage von einem der großen Lieferanten da in Bremen der Hochschule zur Verfügung gestellt, an der man normalerweise mit einem Titelgenerator, et cetera, Filme schneiden sollte. Und bei dem Projekt Piazza virtuale haben wir das in ein Live-Sendestudio umfunktioniert. Es war in der Form eigentlich nicht vorgesehen. Mit vielen alten, mittelalten und uralten Kameras von Radio Bremen zum Teil. Die, da gab es einen Kontakt, die haben der Hochschule öfter altes Equipment zur Verfügung gestellt, ne.

Interviewer: Und das habt ihr euch alles selbst aufgebaut? Oder gab es da Hilfe aus Hamburg?

Ronald Gonko: Nein. (lacht) Nein, das, ich habe mich in dem Studio mit Video- und Filmtechnik auseinandersetzen müssen, weil ich mich dafür interessiert habe und ich ja auch zu Ergebnissen kommen wollte. Und dann Sendetechnik, Leitungen verlegen, Schnittstellen definieren, et cetera, Amiga Titelgeneratoren irgendwie einspeisen. Das war zum Teil improvisiert. Wir hatten keine technische Hilfe. Wir haben uns das im Grunde alles selber beigebracht. Und meine Aufgabe, ich war da ziemlich weit fortgeschritten, weil viele aus der Gruppe mit denen wir das dann zusammen gemacht haben, im Endeffekt gar nicht aus der Experimentalfilmklasse kamen. Die kamen aus der Mode. Die kamen aus der Malerei. Die kamen aus der Architektur und so weiter, aus dem Grafikbereich und hatten, gelinde gesagt, wenig Erfahrung. Und so ergab sich das, dass wir im Vorfeld der Piazza regelmäßig vor Ort in der Filmklasse in der Dechanatstraße damals in Bremen sogenannte audiovisuelle Trainingseinheiten gemacht haben, wo wir vor der Kamera agiert haben und insbesondere die Kamerascheu, um die Kamerascheu loszuwerden, um die Möglichkeiten der kommunikativen, ja, der Kommunikation vor der Kamera mit einem zu dem Zeitpunkt noch nicht vorhandenen Publikum, TV-Publikum, zu lernen, ja, und zu trainieren.

Interviewer: Und gut, ihr habt euch da selbst so ein eigenes Sendestudio sozusagen gebastelt. Was auch hieß, ihr wart nicht angewiesen auf diese Bildtelefonkameras, die bei anderen Piazzettas irgendwie genutzt worden sind?

Ronald Gonko: Nein, das stimmt nicht. Wir haben von der Telekom dann vor Ort, sobald ich weiß, ich weiß es nicht mehr ganz genau, ein sogenanntes ISDN Picture Phone beziehungsweise Video Phone, Bildtelefon, hieß das. Also, das war die deutsche Telekom. Das war ein deutsches Produkt. Also war das ein ISDN Bildtelefon. Das haben wir zur Verfügung gestellt bekommen. Und wir haben, mussten dann, ISDN war eine relativ neue Technik, soweit ich mich erinnere, zu dem Zeitpunkt. Und es hat ziemlich lange gedauert, also, ähnlich lange, wie heutzutage ein Internetanschluss sich legen zu lassen. Es war mitunter sehr eng vom Zeitplan. Zunächst haben wir in der ISDN-Leitung, eine ISDN-Doppelleitung, glaube ich, sogar, in die Filmklasse legen lassen. Und dann hatten wir konzeptionell vorgesehen, auch nach draußen zu gehen an andere Lokalitäten in der Stadt Bremen. Und da musste eben auch immer entweder eine ISDN-Leitung schon vorhanden sein, oder erst gelegt werden, damit wir da etwas machen konnten. Und das war heikel zum Teil. Und hat auch zum Teil vom Timing her nicht geklappt, weil die Telekom nicht nachgekommen ist mit den Bestellungen.

Interviewer: Aber, bei vielen von den Sachen, die ich jetzt gesehen habe, scheint aber schon irgendwie Bildmischer und andere Sachen im Spiel zu sein. Das kann man ja nicht mit einem Bildtelefon machen, also.

Ronald Gonko: Nein, genau. Das Bildtelefon haben wir ausschließlich für die Übertragung nach Kassel genutzt eigentlich. Wir haben da nicht mit experimentell groß gearbeitet. Da gab es einfach eine Schnittstelle für Audio und eine Schnittstelle für den Videokanal. Das waren, ja, jetzt muss ich einmal überlegen, BMX-Kabel hießen die, glaube ich. Ich weiß es nicht mehr genau.

Interviewer: Waren BMX nicht diese Fahrräder?

Ronald Gonko: Ja. BTX-Kabel.

Interviewer: Wie auch immer. Also gut. Dann haben wir jetzt einmal so den technischen Rahmen geklärt. Dann rückt das Datum näher, an dem das losgehen soll. Piazza virtuale geht auf Sendung. Und ich glaube, den ersten Monat fast hat es eigentlich keine Piazzettas gegeben, weil die eben auch nach und nach erst zum Teil während der Documenta organisiert worden sind. Du wirst da bestimmt gleich mit großer Spannung da die ersten Sendungen verfolgt haben. Was war denn dein Eindruck?

Ronald Gonko: Ja, mein Eindruck war, ich kannte das ja vorher aus Hamburg schon, die Entwicklung, die Ideen. Ich habe in Hamburg zum Teil im Vorfeld an den Filmchen, die dort, oder Videos, konzeptionelle Videos, die dieses Projekt vorgestellt haben, um Sponsoren zu akquirieren, teilgenommen an der Filmproduktion, die da mehrfach Salvatore, Axel, diverse Leute, (unv.) hat da teilgenommen, um im Vorfeld der hundert Tage Geld zu akquirieren und den Leuten das auch auf audiovisuelle Art und Weise zu vermitteln, was da geplant war. Von daher kannte ich die Sendetechnik, die Sendeblöcke zum Teil in Urversionen. Und in den finalen Versionen dann war das natürlich auch toll, das zu sehen. Sicherlich war der unbekannte Faktor eben die Call-Ins. Wie reagiert das Publikum? Kommen die mit der Tastatur zurecht? Kapieren die das? Wie schnell, wie hoch, wie schnell ist die Lernkurve des Publikums, dass dieses neue System, was für jeden Beteiligten, der das auf der Bildschirmoberfläche auf 3Sat und sonst wo kennengelernt hat, völlig neu war. Und das war faszinierend, fand ich. Und sicherlich waren die Ergebnisse am Anfang vielleicht nicht so überwältigend oder so zufriedenstellend, dass man jetzt hellauf begeistert war. Aber es ging sicherlich darum, dieses System für alle Beteiligten in Runtime, also während das lief, heiß sozusagen kennenzulernen. Und ein großer Teil war sicherlich auch eine Unbekannte. Und das war das Spannende ganz am Anfang, ja.

Interviewer: Die Ergebnisse, die Frage ist ja, was man erwartet, oder was die Ergebnisse sein können bei so einer relativ offenen Architektur. Hast du da irgendwie so eine Vorannahme? Hast du gedacht, das wird sowieso nichts, weil die Leute alle nur über Banalitäten sprechen? Oder, war das einfach so eine offene Geschichte?

Ronald Gonko: Es war in dem Sinne offen, als das System relativ neu war und vorher, soweit ich mich erinnere, auch nicht in irgendeinem Testumfeld getestet wurde mit Anrufern. Das haben die sicherlich simuliert da an der Koppel, war das, glaube ich, Ponton Media Lab in Sankt Georg. Meine Erwartungen, ich habe die eigentlich heruntergeschraubt. Wir hatten auch in der Zeit, ehrlich gesagt, in der Vorbereitung so viel zu tun, dass ich da gar nicht darüber nachdenken konnte. Als es dann lief, fand ich es interessant. Wir haben es natürlich selber ausprobiert. Ich weiß nicht, ob wir am Anfang schon dieses Picture Phone hatten. Aber wir haben die Systeme ausprobiert. Wir haben angerufen. Wir kamen ohne vorfreigeschaltete Telefonleitungen meistens nicht herein. Es war ziemlich schnell klar, dass das viele Leute interessiert, dass die das ausprobieren wollen. Und User Interaktion nennt man das heute. Ich weiß nicht, ob wir das früher schon so genannt haben. Die Anrufer im Endeffekt. Ich kannte das ja ein bisschen von Hotel Pompino und andere ähnliche Fernsehexperimente sozusagen, die wir in dieser Kennenlernphase, also an denen ich teilnehmen konnte. Von daher waren meine Erwartungen jetzt nicht so hoch. Und…

Interviewer: Und es war aber auch nicht so, dass man sich mit Grausen abgewendet hätte und dachte: „Um Gottes Willen, damit wollen wir nichts zu tun haben“?

Ronald Gonko: Damit war ich konfrontiert in jedem Fall bei vielen Leuten, weil ich ja im Vorfeld da der Kommunikator war für dieses Projekt und der der Promoter so. Und auch noch sendeverantwortlich. Und der Videotechniker und der Kabelleger und der Trainer für die Leute, die sich keine Ahnung hatten mit audiovisuellen Medien. Die Anfeindungen sozusagen oder die, Stichwort Hallo TV, ich musste das aushalten. Ich musste aushalten und auch argumentieren: Wir machen das anders. Bei uns läuft das super. Wir haben, wir setzen Themen und dann ist es nicht die totale Black Box, wo Anrufer sich völlig verloren fühlen und so weiter. Es wird eine Lernkurve, ein Lernen geben, ein beiderseitiges Lernen. Man schießt sich aufeinander ein. Also, das waren meine Hoffnungen. Und ich kann das im Nachhinein nicht mehr sagen. Es ist, glaube ich, 26, 27 Jahre her. Ich war mit meinen Aufgaben, weiß Gott, so beschäftigt, dass ich das nicht in dem Augenblick so harsch und negativ beurteilend, ja, ich war nicht enttäuscht. Im Grunde nicht. Ich muss sagen.

Interviewer: Du hast viel reininvestiert.

Ronald Gonko: Ich habe viel reininvestiert, dass es eine gute Sache wird, weil ich an dieses Interaktionsformat, ehrlich gesagt, geglaubt habe.

Interviewer: In Bremen warst, da hast du ja gerade schon beschrieben, wie viele Aufgaben du da in einer Person vereinigt hast. Was war das sonst für ein Umfeld? Wie viele Beteiligte gab es insgesamt? Und aus welchen Gründen waren die auch dabei?

Ronald Gonko: Ja, also ich habe viele Leute aus dem Freundeskreis rekrutiert, weil die wussten, weil wir, ich habe. Als ich angefangen habe, Film zu studieren, hatte ich vorher schon Filmerfahrung gemacht im Amateurbereich natürlich und so weiter. Und das wussten viele Freunde von mir, dass ich das tat, dass ich das mit Leidenschaft getan habe, dass ich zum Teil Filmteams brauchte, um Experimentalfilme zu realisieren und so weiter. Aus diesem Umfeld sind ein paar Leute dazu gekommen, die hatten jetzt dann direkt mit der Schule gar nichts zu tun. Dann habe ich natürlich im Zuge der Vorbereitung und auch der Bekanntmachung sozusagen an den offiziellen Stellen von der Hochschule viele Studenten kennengelernt, habe denen das erzählt: „Hast du Bock? Hast du Zeit, mitzumachen? Kannst du Trainings machen?“ Viele, die sich interessiert haben, sind dann zu diesen regelmäßigen Treffen gekommen. Und daraus hat sich quasi organisch so ein verschworener Haufen gebildet, im Grunde, die diese Idee super fanden, die das Konzept gut fanden und die auch den Willen hatten, sich dort in so eine Interaktionskunstdisziplin einzufügen. Was ja eine bestimmte Prämisse mit sich bringt. Ja, wenn man aus dem Modebereich kommt, dann macht man Schnitte und zieht das hinterher Leuten an. Und da laufen dann irgendwie halt diese Kleider über einen Laufsteg, ja. Solche Leute hatten wir da. Und denen habe ich erst einmal versucht zu verklickern, worum es eigentlich da in diesen direkten Interaktionsmodalitäten geht, soweit das möglich war.

Interviewer: Wie muss man sich die Zusammenarbeit da vorstellen? Gab es da so etwas wie Redaktionssitzungen? Gab es da Aufgabenverteilung in dem Sinne, dass man sagt: „Wir haben heute so und so viele Sendeminuten und davon gestaltest du so und so viel“? Oder war das eine komplett (unv.) Angelegenheit?

Ronald Gonko: Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Das war ein dynamischer Prozess. Ich hatte, sagen wir mal, professionell nicht die Erfahrung als Leiter und Produzent oder Regisseur, so da die Aufgaben so zu verteilen, wie man das in der audiovisuellen Produktion heutzutage, wie beim Fernsehen oder beim Film, gewohnt ist. Und die Experimentalfilmklasse der Hochschule war auch nicht so angelegt, dass Spezialisten dort ausgebildet werden, die für Kamera zuständig sind, die für Licht zuständig sind, et cetera. Die Trainings, die ich schon angesprochen habe, wir haben audiovisuelle Trainings gemacht mit den Leuten, die sich interessiert haben. Und da haben sich Interessen herausgebildet. Leute sind, haben sich mit Videokameras auseinandergesetzt, mit den alten Radio-Bremen-Videokameras, die sehr faszinierend waren, die noch auf alte, mit alten 16-Milimeter-Objektiven funktioniert haben. Wenn da ein Interesse war, war ich froh, wenn sich dafür jemand interessiert hat. Sonst hätte ich das auch wieder übernehmen müssen sozusagen. Und so hat sich das recht organisch herausgebildet. Für die Sendestruktur, die wir dann vorgeschlagen haben in Kassel und die im Endeffekt abgesegnet wurde, also diese thematische Aufsplittung, zwei Wochen lang jeden Tag etwas zu senden, was einen thematischen Rahmen hat, haben wir im Vorfeld viele Experimente gemacht, ob das visuell mit drei Kameras und Mischer und so weiter überhaupt funktioniert. Und im Zuge dieser Experimente, um diese Sendung zu machen, haben sich Aufgaben verteilt, eigentlich, ohne dass ich das jetzt bestimmt hätte. Sondern, es waren, ist ja ein klassisches Wort, sehr flache Hierarchien in diesem Projekt. Bei uns zumindest.

Interviewer: Ein Problem bei solchen Projekten kann ja auch sein, dass das so Selbstdarsteller anzieht, die ins Fernsehen wollen. Gab es das bei euch auch? Oder war das eher eine flache Hierarchie mit gleichberechtigten Teilnehmern?

Ronald Gonko: Ja, also schwierig zu sagen. Ich habe da keine negativen Erfahrungen gemacht. Sicherlich gibt es Leute, die vor der Kamera besser funktionieren und weniger gut funktionieren. Das war denjenigen auch hinterher dann recht offensichtlich, oder der ganzen Gruppe. Wir haben das nicht beurteilt. Wenn jemand wirklich irgendwie vor der Kamera einfach kein Wort herausgekriegt hat oder nur mit einem trockenen Hals, dann war auf Dauer eigentlich klar, dass der nicht wahrscheinlich während der Sendung live nicht so häufig auf der Bildschirmoberfläche erscheint, sondern andere Aufgaben übernimmt. Und derlei Aufgaben gab es eine Menge. Von daher kann ich mich jetzt nicht so erinnern, dass da jemand gemaßregelt werden musste, weil er sich da, ja, so in seiner Persönlichkeit total exhibitioniert oder so. Das ist eigentlich so nicht passiert. Nicht bei uns. Nein.

Interviewer: Und was die konkreten Inhalte betrifft, da werden wir gleich darüber sprechen, wenn wir uns da diese Demokassette angucken. Warst du in der Zeit denn auch mal in Kassel und hast dir das da vor Ort angeguckt?

Ronald Gonko: Sicher. Wir haben Ausflüge gemacht. Wir haben, ich weiß nicht, ob wir uns Autos ausgeliehen haben oder privat. Mit ein paar Team-Membern sind wir des Öfteren nach Kassel gefahren, unter anderem, um Mike Hentz zu treffen, der ja die Piazzettas koordiniert hat. Wo auch geplant war, sozusagen, quasi Konferenzschaltungen zwischen Riga und Bremen zu machen, zwischen Genf und Bremen und verschiedene andere. Das war alles angedacht. Viele Sachen wurden nichts. Aber man hat sich vor Ort, soweit Mike vor Ort in Kassel war, der war ja in Europa ständig unterwegs, haben wir uns getroffen, um das durchzusprechen, um das zu planen, um abzuwägen, was sinnvoll ist, was weniger sinnvoll. Das hat stattgefunden. Und ich kannte sozusagen die Situation vor Ort und habe viele Fotos geschossen und habe dann den Team-Member, die nicht mitkonnten, aus welchen Gründen, das gerne gezeigt. Wir haben Videoaufnahmen gemacht, so etwas. Ja, sicher.

Interviewer: Und wie war da dein Eindruck? Was herrschte da so für eine Atmosphäre vor Ort?

Ronald Gonko: Angenehm. Ich fand es sehr angenehm. Also, ich habe die stressigen Redaktionssitzungen oder Streitereien, die da passiert sind, möglicherweise, wahrscheinlich, ich habe sie nicht mitbekommen. Ich hatte sehr guten Kontakt zu Salvatore, eigentlich zu allen Leuten. Die waren mir positiv gesonnen. Sie haben sich gefreut, dass da jemand in Bremen war, glaube ich, der sich engagiert. Der nicht einfach nur in einer WG das Picture Phone hinstellt und dort aus Karl Marx, Das Kapital vorliest, oder so etwas. Sondern, dass das ein dynamischer Prozess war. Ich glaube, das hat denen gefallen. So habe ich es zumindest in Erinnerung. Und natürlich war das vor Ort für die Leute ganz sicher, ich meine, wir in Bremen haben das intensiv, sagen wir mal in so einer Kernzeit von drei Wochen gemacht. Und das war anstrengend. Das war sehr anstrengend. Und ich habe mir vorstellen können, dass es sehr anstrengend war, vor Ort in Kassel mit noch viel größerer Verantwortung für alle Beteiligten, nicht nur für die vier Initiatoren, sondern für das gesamte Team dort das hundert Tage durchzuziehen. Da habe ich heute noch großen Respekt davor. Und dementsprechend bin ich da auch nicht aufgetaucht und habe da versucht, Ärger zu machen oder auf den Tisch zu hauen. Sondern, ich habe das genommen an Info und an Support, den ich dort bekommen habe und bin eigentlich meistens mit einem sehr guten Gefühl wieder nach Bremen gefahren und habe da meine Sendung gemacht. Oder wir haben sie gemacht.

Interviewer: Wie sah es in Bremen aus? Gab es da Resonanz aus dem Publikum von den, aus der Kunstszene, aus der Akademie, von den anderen Professoren?

Ronald Gonko: Ja. Also ohne Ende. Natürlich, weil, das war sehr besonders. Und auch im Nachhinein 27 Jahre später ist es eigentlich für mich immer noch besonders und auch viele andere, denke ich, dass so etwas überhaupt stattgefunden hat. Und dann in so einer Provinzstadt wie Bremen. Und im Vorfeld war natürlich mir auch möglich, da die Reaktion also über das Konzept mitzubekommen. Und während wir das dann gemacht haben, also, als Kassel angefangen hat, zu senden, habe ich natürlich Reaktionen bekommen. Ich habe das vorhin schon gesagt. Und unsere eigenen Sendungen sicherlich, die haben wir auch mehr oder weniger in einem öffentlichen Rahmen gemacht. Also, niemand, der uns besucht hat, ist, stand vor verschlossener Tür. Wir haben ein offenes Fernsehstudio gehabt. Die Leute hatten meistens, in den meisten Fällen so viel Respekt, dass sie das, dass es da keine Probleme gab mit Publikumsverkehr. Diese Offenheit war ja auch ein Konzept. Also, ich habe Interaktion so verstanden, also nicht so einen abgeschlossenen Zirkel zu haben von Leuten, die den Stein der Weisen gefressen haben und dann da wieder sozusagen mit einer Art Öffentlichkeit zu kommunizieren. Sondern, es ging um einen Austausch. Es ging um einen direkten Austausch auf der Bildschirmoberfläche. Und für mich konzeptionell ging auch es um einen Austausch vor Ort. Leute thematisch in eine Diskussion zu entwickeln, ja, ergebnisoffen auch.

Interviewer: Ja, viele scheinen das ja auch so als unerwünschten Nebeneffekt betrachtet zu haben, dass man da, egal, was man machte, immer halt so diesen laufenden Kommentar aus den Telefonleitungen hatte. Das hat dich nicht gestört?

Ronald Gonko: Mich hat das nicht gestört. Also, da wirkt die, also durch unsere audiovisuelle Trainingseinheiten im Vorfeld für mich und auch für das Team, waren wir gewohnt, glaube ich, auf eine Vielzahl von Inputs von außen zu reagieren. Und im Zuge der, ja, da spielt die Psychologie sicherlich eine große Rolle, einfach selektiv wahrzunehmen, was in bestimmten Augenblicken wichtig ist. Und viele Anrufe, in der Tat waren sie ja meistens vorhanden, entweder zwei, im Coffeehouse vier und manchmal noch mehr Leute. Wir haben Leute auch in Bremen anrufen lassen. Also, wir haben über das Telefon Picture Phone eine Bremer Nummer in unserem Studio eingeblendet. Und da waren sehr viele Anrufer, auch nach den Sendungen noch, die sich informiert haben: „Was habt ihr da eigentlich gemacht? Wie toll ist das? Wie kann ich mit meinem Modem dort, irgendwie kann ich eine Leitung bekommen, wo ich sofort reinkomme?“ Das konnten wir natürlich alles nicht so machen. Ich habe versucht, so etwas zu organisieren. Wir haben ja selber einen Modemspezialisten, also einen Computerchatspezialisten auf der, war es BTX-Basis? Ich weiß gar nicht mehr. Ein DFÜ-System war es. Da habe ich mich nicht selber darum gekümmert, sondern, jemand, den wir im Zuge dieser ganzen Vorbereitung kennengelernt haben. Und der hat weitestgehend dort gesessen und hat mit den Modemleuten interagiert und hat so auch bisschen das Geschehen in diesem Fernsehstudio, was ja, wie gesagt, sehr visuell orientiert war, live kommentiert.

Interviewer: Und das hat euch auch nicht gestört, dass ihr da, wenn man es dann im Fernsehen gesehen hat, letztlich so ein Rechteck von Dreien auf dem Bildschirm gewesen sein soll (unv.) das Größte?

Ronald Gonko: Nein. Das wussten wir ja vorher alles, dass das sozusagen eine Ästhetik ist, die mit der herkömmlichen Experimentalfilmästhetik nur ansatzweise zu tun hat. Dass der Fokus eindeutig auf Information und Kommunikationskunst war. Und wir hatten ja auch die Gelegenheit vorher und in Testläufen so etwas kennenzulernen. Also das Team hat sich daran nicht gestört. Und es hat ja auch über die hundert Tage hinweg verschiedene Oberflächen gegeben, wo das größer, kleiner wurde, parallel nebeneinander. Es war ein dynamischer Prozess. Und ich kann mich an verschiedene Experimentaloberflächen erinnern, die dann eine Woche später nicht mehr benutzt wurden. Vor Ort hat das niemanden gestört, weil ganz von Anfang an klar war, dass diese verschiedenen Kommunikationsebenen, Faxe, die gesendet wurden und dort sozusagen als Wallpaper mehr oder weniger sichtbar waren, das war ja Teil des Programms. Ich war davon begeistert. Und ich glaube, diese Art Begeisterung, wenn ich mich zurückerinnere, habe ich auch auf mein Team zumindest übertragen können. Und das Publikum in Bremen, die alteingesessenen Künstler, die Dozenten, die zum Teil dort zu Besuch waren, und so weiter, die waren erstaunt, dass das überhaupt funktioniert, erstens und haben das natürlich ästhetisch kritisiert. Also, für die meisten Leute war das nicht ihre Vorstellung von Kunst. Und schon gar nicht, haben sie sich sicherlich darüber gewundert, gehört das auf die Documenta. Sollten da nicht andere aus Bremen eingeladen werden? So etwas habe ich natürlich auch alles zu spüren und zu hören bekommen. Also, es ging ja den Leuten in Kassel, Ponton, Van Gogh TV ähnlich. Also, was im Kleinen in Bremen stattgefunden hat, glaube ich, hat zum Teil eben auch in der Republik stattgefunden. Dass sich die Leute gewundert haben, dass Jan Hoet so ein Projekt vor Ort, direkt neben dem Fridericianum platziert. Das war sehr besonders. Und das war kontrovers diskutiert, ja.

Interviewer: Aber, das heißt, dass das auch, dass das mit der Documenta durchaus auch für die Teilnehmer und die Beobachter eine Rolle gespielt hat. Es war so eine Art Documenta-Teilnahme, wenn auch nicht als öffentlich eingeladener Künstler. Aber, das hat schon eine Bedeutung gehabt dann.

Ronald Gonko: Sicherlich war das ein Reiz für viele Leute, da teilzunehmen, ein Forum zu haben im Rahmen von so einer renommierten, großen retrospektiven Ausstellung. Was wir da gemacht haben, war ja nicht retrospektiv. Und soweit ich weiß, wurde das auch nach außen hin immer als Sonderprojekt der Documenta 9 kommuniziert. Und selbst wenn das so gewesen sein sollte, dass der Jan Hoet sich vorgestellt hat, dass da auch einmal jemand mit einer Kamera herumläuft und die anderen Kunstwerke, die dort ausgestellt sind, abfilmt und dass das da auf dem Kanal übertragen wurde, ich kann mich nicht daran erinnern, dass das stattgefunden hat. Und er musste leider enttäuscht werden. Weil, es ging um etwas anderes. (lacht)

Interviewer: Der Hessische Rundfunk hat so eine Sendung, wo die nachts dann Standbilder oder Live-Übertragungen so von einzelnen Installationen aus dem Fridericianum gemacht haben. Also, das hat schon stattgefunden, aber in einem ganz anderen Rahmen. Was würdest du denn aus heutiger Perspektive sagen? Ist es ein gelungenes Experiment gewesen? Oder, war das eigentlich so ein zu früh, nicht konzeptionell richtig zu Ende gedacht durch die Einschränkungen, in puncto Zeit, Technologie, was auch immer, gehemmte Angelegenheit?

Ronald Gonko: Ich finde, das Projekt kann man als gelungen bezeichnen für den Zeitraum der Planung, des Vorlaufs, der Organisation für mich selber in Bremen. Wir haben bis auf wenige Ausnahmen alles machen können, was wir geplant haben. Wir haben sehr viel positives Feedback bekommen, möchte ich einmal sagen. Ich versuche es mir, wenn ich das jetzt vergegenwärtige, nicht schönzureden. Es war eine erschöpfende Angelegenheit. Ich war hinterher sehr erschöpft. Ich brauchte ziemlich lange, mich davon zu erholen. Ich glaube, ich habe meine Wohnung verloren. Und meinen Job habe ich verloren in der Zeit. In der Kernzeit konnte ich einfach mich um nichts anderes kümmern und habe es auch nicht getan. Und ich habe es nie bereut, dass das so gelaufen ist. Weil, ich fand das spannend, an so etwas teilzunehmen. Und ich hatte viele Hoffnungen sozusagen, so etwas in der Art auch in ähnlicher Form oder in anderer Form weiterzumachen. Und ich war ja auch Van Gogh TV auf anderen Ebenen danach zum Teil auch immer noch, ja, assoziiert. Mit Karel habe ich noch diese Worlds Within 1996 Sache in Atlanta vor Ort gemacht. Da war ich nicht einer der Hauptprotagonisten und nicht der Hauptprogrammierer. Aber, wir sind damit rübergefahren und ich habe das dokumentiert. Und solche Sachen sind passiert. Und ich möchte das nicht missen, die Erfahrung.

Interviewer: Das führt jetzt übergangslos gleich zur nächsten Frage. Was bedeutet es innerhalb deiner Vita, innerhalb deines Lebens, was hat es ausgelöst, außer den konkreten Dingen, die du jetzt gerade schon genannt hast, wenn man das vielleicht noch einmal einen Schritt weiter zurück sich anguckt?

Ronald Gonko: Ja, gute Frage. Also, das ist, für mich ist das ein wertvoller Teil meines Studiums. Es war ein derartig aufwendiges Projekt, wo in künstlerischer, ästhetischer Hinsicht, organisatorischer Hinsicht, in jeder Hinsicht eigentlich man aus seinem Studentendasein heraus, sage ich mal, als ernstzunehmender Künstler agieren musste. Und ich habe so viel gelernt in der Zeit, wie, glaube ich, danach nie wieder in kurzer Zeit. Und das ist natürlich, ist auf der Pro-Seite. Insgesamt das Projekt hat natürlich sicherlich für viele Leute aus dem Kunstbetrieb oder auch aus dem technologischen Bereich. Die Telekom hat da sicherlich sich einen Großteil Ideen, also für die war es eine ISDN-Werbeveranstaltung, hundert Tage. Aber das wollte ich, darauf wollte ich nicht fokussieren. Sondern, ich glaube, das Projekt als solches, den Mut zu haben, hundert Tage lang so ein recht starres Konzept auch durchzuziehen, ohne abzuweichen, mit allen positiven und auch negativen Entwicklungen, die währenddessen sich prozessiert haben, die sich entwickelt haben, die sich dargestellt haben. Also, medientheoretisch ist es, glaube ich, ja, so ein Experiment gewesen. Ich habe damals sehr viel Baudrillard und Virilio gelesen, der, 1992 war dieser unsägliche zweite Golfkrieg noch in den Köpfen. Und die visuellen Ereignisse in den Nachrichten dort mit Nachtsichtkameras halt wirklich Städte brennen zu sehen nachts im Fernsehen, das war noch sehr präsent. Und da haben sich viele Philosophen und Medientheoretiker zu der Zeit abgearbeitet. Und ich bin der Meinung, wenn nicht bewusst, dann ist das unbewusst in das Projekt auch eingeflossen. Und dort durch die Interaktion und interaktiver Kunst sozusagen eine Gegenöffentlichkeit zu starten und diese Hilflosigkeit des normalen Fernsehzusehers einfach aufzubrechen, war eine mutige Sache, die viel angestoßen hat. Der Meinung bin ich auf jeden Fall.

Interviewer: Wenn man das jetzt aus der Gegenwart mit Internet und sozialen Medien sich anguckt, wie würdest du das ganze Projekt da beurteilen? War das ein soziales Medium? War das ein Vorläufer der sozialen Medien?

Ronald Gonko: Ganz sicher. Also, soweit ich mich erinnern kann und ich habe es jetzt in der Vorbereitung dieses Interviews irgendwo gelesen, dass viele Anfragen nach den hundert Tagen. Also die Leute sind, es gab Leute, die davon süchtig geworden sind. Die wollten dieses System weiter erhalten und weiter benutzen. Also auch auf dieser kommunikativen Ebene, dort Leute aus der ganzen Republik, im deutschsprachigen Raum und von anders wo auf so einer kommunikativen Ebene zu treffen. Es sind ja wildfremde Leute, die da zum Teil aufeinandergetroffen sind. Selbst in der Vorbereitung der Piazzettas. Ich habe die Leute nicht wirklich kennengelernt. Aber für die normalen Anrufer dort, war das halt, glaube ich, die es gemocht haben und die das für sich als Alltagsinstrument benutzt haben zum Teil zum Schluss, die wollten, dass das weiter existiert. Und die Leute sind ja auch, also dieses Projekt hat sehr viele technologische und inhaltliche Ideen für diese gesamte Medienlandschaft damals praktisch für umsonst zur Verfügung gestellt. Und soweit ich mich erinnere, sind ziemlich schnell Leute auf die Idee gekommen, über diese 0190er Nummern oder ähnliche Abrechnungssysteme Telefonchatsysteme zu erfinden, die zum Teil lokal oder auch bundesweit sehr erfolgreich waren. Und ich bin mir ganz sicher, dass das direkt in der, direkte Folgen waren von der Piazza virtuale.

Interviewer: Aber, jetzt noch einmal etwas konkreter die Frage soziales Medium.

Ronald Gonko: In Bezug auf Facebook, Google Plus, Instagram?

Interviewer: Gibt es ja nicht mehr.

Ronald Gonko: Google Plus ist abgeschaltet, ja? Auch große Firmen können scheitern am sozialen Technologien, ja. Verrückt, ja?

Interviewer: Ja. Aber, würdest du sagen, dass das da auch eine Rolle gespielt hat, oder?

Ronald Gonko: Zu dem Zeitpunkt konnte ich mir nicht vorstellen, dass die Welt, wie sie heute ist, mit den sogenannten sozialen Medien, vereinheitlicht durch dieses Internetprotokoll, dass das massenkompatibel so funktioniert. Und relativierend, wenn man es jetzt, ja, ich glaube, ich kriege das nicht auf die Reihe, das vernünftig zu beantworten. Also, da, ja, habe ich mich jetzt nicht gut vorbereitet.