Interactive Marketplace

Der „Interactive Marketplace“ war eine Sendung bei „Piazza virtuale“, bei der das Publikum kaufen und verkaufen sollte. Das Format verschwand nach kurzer Zeit aus den Programmen, die auf 3Sat gezeigt wurden, weil es gegen die Werberichtlinien des öffentlich-rechtlichen Senders verstieß. Auf den Sendungen, die über den Olympus-Satellit gesendet wurden, war die Sendung in unregelmäßigen Abständen bis zum 5. Juli 1992 zu sehen.
In den wenigen Sendungen, die auf 3Sat gezeigt wurden, zeigt sich allerdings, dass das Format durchaus Potential gehabt hätte.
Von Anfang an gibt es Anrufer, die die Sendung wirklich zum Verkauf zu nutzen versuchen. Unter anderem werden Videokameras und Faxmodems, Autos und Musikinstrumente, Funkgeräte und Schlittschuhe, Modellflugzeuge und anderes Spielzeug angeboten. In vielerlei Hinsicht nimmt die Sendung das Modell der Kleinanzeige auf, verweist aber auch schon auf kommende Internetangebote wie Ebay oder craigslist, die sich gleich in der Frühzeit des WorldWideWeb entwickeln.
Auch Beispiele für Streiche und Trollen gibt es bereits in dieser frühen Phase von „Piazza virtuale“. So meldet sich zum Beispiel ein Teilnehmer als „Piotr aus Katowice“ und bietet mit pseudo-polnischem Akzent Fahrräder an, „so dreißig Stick“, – offenbar ein Hinweis auf den Diebstahl von Rädern. Bei einer anderen Sendung bietet einer der Teilnehmer im Chat seine Seele zum Verkauf an; ihm werden unter anderem eine Packung Zigaretten oder eine Reihe von freien Wünschen dafür geboten.