Interview mit Thomas „thomax” Kaulmann, 06.06.2018

Interviewer: Dann wollen wir wohl loslegen. Also, vielen Dank, dass du gekommen bist so spontan. Und ja, lass uns vielleicht einfach damit anfangen mal, dass du uns so kurz beschreibst so 1991, 1992. Wo bist du da grade? Warum interessieren dich solche Projekte wie Piazza virtuale? Oder erstmal so ein bisschen was über deinen persönlichen Hintergrund zu der Zeit?

Thomas Kaulmann: Ja, mein persönlicher Hintergrund. Ich hatte während der Zeit eine Firma, die hieß Contribute Software in der Graefestraße. Wir hatten Internet-Providing gemacht, aber auch eben Open-Source-Software quasi, ja, was heißt vertrieben? Supportet, unterstützt. Und über diese Internet-Providing hatte ich einen Kontakt zu Armin gehabt. Armin Hase. Der mich dann quasi vor der Piazzetta angefragt hatte ob ich da nicht einspringen will. Ich glaube, das war Hans Hübner, der da ausgefallen war. Und ja, und am nächsten Tag habe ich dann die Piazzetta mitaufgebaut. Das war hier in Podewil quasi direkt gegenüber. Und ja, das ist so der Hintergrund. Also mein Hintergrund ist natürlich, ich komme aus einem Hacker-Hintergrund letztlich. Habe frühzeitig eben mit Datennetzen Umgang gehabt. Das Internet damals hieß ja noch Internet und nicht Web. Und ja, das war der Kontext. Der Kontext war aber auch, und das ist vielleicht sehr spezifisch eben für die Piazzetta hier in Berlin, dass es ja quasi nach der Mauereröffnung einer der wesentlichen Events war, wo Ost und West quasi in Podewil im Haus der Jungen Talente einen Treffpunkt gemeinsam hatte letztlich. Über dieses Medium Fernsehen wurde das dann natürlich ein bisschen enger verschmolzen, sage ich mal. Das war schon ein sehr synergetischer Moment eigentlich für diese Szene in Berlin.

Interviewer: Also, das Podewil war jetzt nicht nur zufällig Ort für die Piazzetta, sondern es hatte auch sonst, so ein bisschen so ein Schmelztiegel-Charakter würdest du sagen, ja?

Thomas Kaulmann: Zu der Zeit auf jeden Fall. Wie gesagt, weil Leute haben es natürlich über das Fernsehen mitbekommen. Auch die Szene in Berlin letztlich. Und hat sich da dann quasi während des Verlaufs der Piazzetta dort ein Stelldichein gegeben. Also da kamen dann halt schon die ganze Berliner Kunst- und Kulturszene zusammen letztlich.

Interviewer: Was war das Podewil denn zu dieser Zeit? Ich meine mich zu erinnern, dass da auch diese Techno (unv.) Partys stattgefunden haben, also?

Thomas Kaulmann: Naja, also ich habe das halt so kennengelernt, dass ich da morgens hingegangen bin und dann haben wir eben Programm gemacht. Und ich weiß es nicht, ich weiß nicht, was da nebenhergelaufen ist. Wir sind zwar immer durch die Räume ein bisschen gewandert. Wir haben vorne ein Café, das gab es halt… Das Café war quasi nicht da, wo jetzt dieses Restaurant ist, sondern vorne rechts. Haben wir da (uns?) verköstigt. Also Getränke besorgt und so weiter. Und sind dann spätnachts quasi nach Hause gegangen. Also, so was da sonst im Podewil abgelaufen ist, weiß ich dann nur vom Hörensagen. Es gab da wohl schon Computerclubs drin während der Ostzeit. Aber so den Hintergrund, den kannte ich da eigentlich nicht. Also ich wusste nicht mal, dass es eben Haus der Jungen Talente hieß, sondern kannte das halt eigentlich nur eben als Podewil.

Interviewer: So, du hast grade gesagt, das ist ja sehr interessant, dass du auch schon mit dem Internet zu tun hattest. Da hätte dir doch eigentlich so ein Fernsehprogramm, so ein bisschen altmodisch und rückwärts gewandt vorkommen müssen. Weil du ja eigentlich so das nächste neue Medium schon gesehen hast.

Thomas Kaulmann: Ja. Also wie gesagt, das World Wide Web gab es ja halt damals noch nicht. Also multimedial war das auf gar keinen Fall. Allerdings, was mich quasi schon immer interessiert hat eben auch an den Datennetzen, war halt eben dieses bidirektionale, also dieses Netzwerken über Entfernung hinweg letztlich. Dass quasi dieses Medium quasi auch jedem zur Verfügung stehen kann eigentlich. Und das war auch meine Triebfeder, warum ich dann gesagt habe: „Ja klar, warum nicht?“ Ich hatte nichts Besseres zu tun. Ich hatte quasi grade einen Job aufgegeben bei der TAZ und… ja. Und hatte eben zwar eigentlich noch diese Firma nebenher, diese Contribute Software nebenher. Allerdings war das dann halt eben so, dass ich quasi von überall arbeiten konnte. Also ich konnte mich ja einrichten, wo ich wollte, ich hatte ja Internet letztlich. Also das Erste was wir gemacht haben, ist halt eben Internet hier ins Podewil reinzuhängen. Und das hatte natürlich große Vorteile gegenüber diesem BTX Bildschirm Dings da. Also, wir haben zwar viel mit diesem BTX gemacht letztlich über einen Amiga, der das dann quasi angesteuert hat, aber unsere Kommunikationsform war schon das Internet damals. Und das hatte eben die Leute in Kassel, die hatten halt einfach kein Internet.

Interviewer: Doch. Haben sie gesagt. Also, sie sind immer ganz stolz drauf, dass sie Netzzugang hatten, aber es hat für die Sendung praktisch keine … (unv.)?

Thomas Kaulmann: Nicht. … genau richtig. Ganz genau. Also wir mussten dann halt irgendwie was basteln, damit wir den Internet Relay Chat quasi auf den Fernseher gebracht haben. Also wenn man sich mal diese Filmchen anguckt von damals, dann sieht man halt eben vier egale Fenster, in denen der Chat abgelaufen ist. Und als wir uns dann eingeschaltet haben, dann hat man halt irgendwie ganz viel Textrauschen gesehen. Weil viele Leute eben über das Internet auf so einem kleinen Fenster quasi mitgechattet haben letztlich.

Interviewer: Ich dachte dieser Chat, das sei alles eine Mailbox gewesen?

Thomas Kaulmann: Das war eine Mailbox, aber wir haben quasi das IRC darein gekeyt letztlich über Video.

Interviewer: Also, da muss ich aber (drauf achten?), ab wann gab es das denn? Schon von Anfang an, … oder?

Thomas Kaulmann: Das gab es … von Anfang an. Ja. Das war ja dann auch so, dass wir quasi VT 100 Terminals im Nebenraum aufgestellt haben, wo quasi Publikum live chatten konnte. Und ja, also das war schon hochinteressant. Vor allen Dingen, weil wir dann halt angefangen haben auf Keywords zu reagieren. Also wenn irgendwo gechattet wurde: „Hallo“, ja? Dann haben wir quasi Samples eingespielt mit „Hallo“ und so weiter. „Hallo Omi“. So, war halt witzig. Also, quasi dieses Chat als Trigger zu benutzen, um quasi dann halt eben auch Soundbites einzuspielen letztlich.

Interviewer: Das war während der Piazzetta in Berlin? Oder das war während des gesamten Programms?

Thomas Kaulmann: Das war während, also, während wir eben diese Piazzetta-Liveschaltungen hatten letztlich. Wobei wir natürlich auch immer versucht haben in diese Modemleitung einzuloggen und quasi eben unseren Chat da reinzubringen letztlich.

Interviewer: Was ist euch denn von Van-Gogh-TV Seite zur Verfügung gestellt worden an Equipment oder an sonstigen Support?

Thomas Kaulmann: Also ich weiß halt, also es gab halt… Wir waren eine kleine Crew. Es war eben Rudolf Störck, Rudi, dann Armin Hase und ich. Wir waren quasi die Kernmannschaft, die morgens dann halt online gegangen sind und da hatten wir kaum irgendwelche Vorgaben. Also, was wir zur Verfügung gestellt bekommen haben, weiß ich nicht genau. Ich weiß, dass es dieses Bildschirm Takes Videophone gab letztlich. Also, dieses, ja, über ISDN wurde dann halt verschaltet und dann quasi dieses Videobild nach Kassel geschickt. Die haben das dann halt eben eingebunden in diese Gesamtoberfläche.

Interviewer: Aber das war ja so Slow-scan, da hat sich ja ein Bild nach dem anderen aufgebaut oder konnte man damit direkt einen Feed senden?

Thomas Kaulmann: Man konnte da direkt ein Videostream hochsenden, ja. Das haben wir auch gemacht, als eben Gäste da waren. Zum Beispiel Interviews mit Robert Anton Wilsen und Christoph Wolff oder so. Wie hieß der, dieser Spion? Der war auch da. Den haben wir auch interviewt letztlich. Ja, war so ein Ostspion, DDR-Spion. Der kam dann auch mal vorbei zum Interview. Viele Künstler letztlich wurden da halt interviewt, vor allen Dingen tagsüber, als eben die Ruhe da war. Abends war halt eben eigentlich immer Party.

Interviewer: Hast du da irgendwelche Bilder, irgendwelche Fotos von dieser…

Thomas Kaulmann: Nein. Also wenn, dann hätte die Armin gehabt letztlich.

Interviewer: Ach so. Und du sagst tagsüber, weil da war Van-Gogh-TV ja eigentlich nicht auf Sendung und…

Thomas Kaulmann: Doch. Doch. Es gab immer vormittags ein Slot auf… Wir hatten ja zusätzlich zu dem 3Sat, gab es ja in Berlin dieses Fernsehen aus Berlin, FAB. Die auch gesendet haben letztlich. Und da hatten wir vormittags von elf bis zwölf oder sowas auch einen Slot.

Interviewer: Also, es ist ja von Podewil über Kassel nach Berlin zurückgeschickt worden und ist dann hier live im Fernsehen…

Thomas Kaulmann: Ja, genau.

Interviewer: … gelaufen. Das hat natürlich dann nochmal einen ganz anderen lokalen Bezug als viele von den anderen Piazzettas, würde ich mir denken, die halt letztlich nur im deutschen Fernsehen und über Satellit und (unv.) zu sehen waren.

Thomas Kaulmann: Ja. Also meiner Meinung nach war halt eben das Interessante dieses Zusammenkommen von diesen verschiedenen Szenen in Berlin letztlich, weil daraus ja eben viel entstanden ist. Also ich finde das Technische, das kann man eigentlich hinten lassen letztlich. War schön, ja. Ein bisschen was mit Fernsehen zu spielen. Vor allen Dingen hochinteressant ist, dass diese Touch-Tonträger-Geschichten quasi dann später am kommerziellen Fernsehen oft genommen wurden. Das hat mich sehr verblüfft, dass ich das dann irgendwie Jahre später irgendwie im Fernsehen gesehen habe, wie die da irgendwelche Spielchen da machen um irgendeinen Blumentopf zu gewinnen. Das war schon sehr beeindruckend, ja. Aber ansonsten so, was mich halt am meisten interessiert hat, war halt eigentlich dieses bidirektionale, dieses Chatten gar nicht so sehr dieses Fernsehen. Das war halt eigentlich nur ein Medium.

Interviewer: Und es gab ja da auch dieses böse Wort von Hallo-TV, wo ja auch drinsteckt, dass eigentlich die Kommunikation da eher untertourig und nicht besonders anspruchsvoll war, das würdest du also auch unterschreiben?

Thomas Kaulmann: Naja, das kann ich unterschreiben. Nicht zuletzt gab es ja da auch eben die Künstlergruppe Hallo-TV mit Daniel Flumm und Gerelon Schmitz, die quasi das dann halt eben auch zum Anlass genommen haben, eben so ein Hallo-TV Video zu machen letztlich. Wer ist hier wichtig und so weiter. Da muss man den Daniel mal fragen, ob er da noch Videos hat.

Interviewer: Das ist ja nicht gesendet worden. Es war ja wohl auch … (unv.)

Thomas Kaulmann: Jaja, das war lokal. … Das war lokal. Also wir hatten hier Lokalprogramm, was gar nicht in Sendung gegangen ist.

Interviewer: Und da ist es gezeigt worden?

Thomas Kaulmann: Da ist es gezeigt worden, ja. Da ist einiges passiert. Also, Konzerte und so weiter. Und wir hatten ja eben nicht so viel Sendezeit. Also, das wurde uns ja nicht zugestanden. Obwohl wir sehr viel Macht haben, hatten wir anteilmäßig genauso viel wie andere Piazzettas.

Interviewer: Du sprichst jetzt vom Nachtprogramm bei 3Sat?

Thomas Kaulmann: Ja, genau.

Interviewer: Also, du meinst, ihr hättet mehr machen können. Und es war aber auch so ein sozialer Anlass, das habe ich jetzt ehrlich gesagt auch noch nicht so verstanden, dass das dann auch so eine Art Treffpunkt…

Thomas Kaulmann: Jaja. Sicher.

Interviewer: … für Leute geworden ist, die gar nicht beteiligt waren an der ganzen Chose.

Thomas Kaulmann: Ja, wie gesagt, also ich habe da eben die Handshake Leute kennengelernt. Wir haben dann halt später im Anschluss auf dieses ganze Event, diese internationale Stadt gegründet und so weiter. Also es hat einen ziemlichen Rattenschwanz gegeben letztlich.

Interviewer: Pit hat gesagt, es sei so sein Anliegen, das auch von Daniel Klum, gewesen, dieses Format dahingehend zu erweitern oder zu verändern, dass man in diese Zeit halt auch so einfach solche Videos (unv.)

Thomas Kaulmann: (Was für?) Videos?

Interviewer: Das er (Ambient?) Videos genannt hat, zu senden. Und dass da aber kein Interesse dran bestand. Was waren denn die Vorgaben von Van-Gogh TV?

Thomas Kaulmann: Es gab keine. Also so meiner Meinung nach gab es überhaupt gar keine Vorgaben. Die haben gefragt: „Was wollt ihr machen heute?“ Wir haben dann gesagt: „Ja, das und das. Der und der kommt.“ Also, vor allen Dingen Rudi hat sich um Programm gekümmert. Dass da Leute die eben hingekommen sind. Und Armin und ich, wir haben halt eher uns um Videotechnik beziehungsweise Netztechnik und so weiter auseinandergesetzt. Und quasi technisch ein bisschen erweitert eben. Wie gesagt, mit Samples einspielen oder eben Video Gimmicks und so weiter, was wir machen konnten aus Berlin heraus. Weil, wie gesagt, wir meistens ja immer nur so einen kleinen Frame hatten letztlich. Aber wie gesagt, für mich war deutlich interessanter, und wie gesagt… ich muss das auch nochmal ein bisschen korrigieren. Natürlich gab es inhaltliche Gespräche im Chat auch, weil während der Zeit da eben auch diese Lichtenhagen Geschichte war in Rostock. Und natürlich war das über Wochen hinweg ein Thema. Was dann halt auch im Chat gelaufen ist. Also, das war schon… Ich weiß nicht, ob man das auf Videos sehen kann. Aber das war schon deutlich ein Thema, was ein bisschen weiterging als nur. „Hallo. Hallo.“ oder „Hallo Omi.“ oder sowas, ja.

Interviewer: Und das war vor allen Dingen im Chat und weniger bei den Anrufen, würdest du sagen?

Thomas Kaulmann: Da waren auch natürlich Anrufe, klar. Aber mit den Anrufen hatten wir ja in Berlin nicht viel zu tun. Also, das ist ja alles über Kassel dann gelaufen.

Interviewer: Wie viel Arbeit würdest du sagen, hast du darein gesteckt? Das Ganze ist ja … drei Monate lang gelaufen.

Thomas Kaulmann: Ich war die ganze Zeit da. … Also, die ganze Zeit und intrinsisch motiviert gearbeitet letztlich. Das Einzige, was es gab… Also, Frank Hunkel der bei uns, also der eben quasi diese verwaltungstechnischen Geschichten gemacht hat, also Rechnungen sammeln und so weiter und so fort. Der hat quasi im Wiener Wald, was da drüben auf der anderen Straßenseite war, ein Catering organisiert, dass wir da umsonst essen konnten. Und das war der Benefit letztlich.

Interviewer: Geld gab es keins?

Thomas Kaulmann: Nein.

Interviewer: Und das habt ihr aber auch nicht erwartet oder danach gefragt?

Thomas Kaulmann: Nein. Das war intrinsisch motivierte Arbeit. Also das ist ja auch ein Akt der Aufklärung letztlich. Zu zeigen, was geht. Dass man eben nicht abhängig ist von Öffentlich-Rechtlichen oder Privatsendern.

Interviewer: Naja, ich meine, bei 3Sat war ja auch jeder abhängig.

Thomas Kaulmann: Ja, sicher. Aber das war quasi eine andere Infrastruktur, die quasi uns an die Hand gelegt wurde, die wir nutzten konnten um inhaltlich ein bisschen was, ein Programm zu machen letztlich. Und das ist schon ein Unterschied, als wenn ich jetzt quasi einen Sendeslot kriege, dann und dann findet mal Piazzetta statt. Ist dieser kontinuierliche Kontext eben über diesen langen Zeitraum schon was sehr Extravagantes. Wo man eben sagen kann: „Wir machen jeden Tag hier unser Ding letztlich.“ Und das ist schon ein bisschen was anderes, denke ich mal. Und da hat man auch quasi dieses Emanzipatorische letztlich zu sagen: „Okay. Wir machen eben unser Fernsehen letztlich.“

Interviewer: Wenn du jetzt das vergleichst, was da stattgefunden hat. Grade auch im Chat, den du so hervorhebst und wenn du das mit der Netzkultur der Gegenwart vergleichst. Würdest du denken, da hat es so gewisse Sachen gegeben, die vorweggenommen worden sind, sowohl technologisch, wie auch sozial. Auch im Negativen, wie im Positiven.

Thomas Kaulmann: Naja, also, man kann schon sagen, dass das Internet wie wir das heute kennen, also diese ganzen sozialen Medien, in Anführungszeichen. nichts weiter sind als tatsächlich eine große Mailbox. Also das war schon immer meine Ansicht zu der Sache und die ändere ich auch nicht, weil ich quasi diese ganze Entwicklung natürlich von Anfang an mitbekommen habe. Also, wir haben schon quasi Anfang der Achtziger irgendwie auf fremden Rechnern irgendwelche Chats installiert und Mailboxen und uns Nachrichten hinterlassen. Also, von daher ist sowas wie Facebook für mich kein großer Gewinn. Weil das nicht mal mehr in unserer Hand liegt letztlich, was da passiert mit den Daten.

Interviewer: Aber wenn du jetzt die Sendung so als Ganzes betrachtest. Also auch was der Zuschauer im Fernsehen gesehen hat, würdest du da irgendwelche anderen Dinge noch hervorheben wollen, die halt mittlerweile Mainstream geworden sind oder halt im Internet Fuß gefasst haben?

Thomas Kaulmann: Nein, eigentlich nicht. Also, es gab da nichts was mich jetzt besonders bewegt hätte, sage ich mal. Also rein technisch. Weil das gab das ja. Wir hatten Blue-Boxen, wir hatten quasi eben irgendwelche Genlock Interfaces an den Amigas, um da was einzukeyen. Das Einzige, was eben anders war, war halt eben dieses Partizipative letztlich. Wo man eben gesagt hat: “ Ey, na sag doch einfach Hallo-TV. Oder sowas. Sag doch einfach Hallo. Ruf doch einfach mal an.“ Also wir waren da auch schon relativ provokativ. Wenn da nichts gekommen ist oder so, musste man ja die Leute auch ein bisschen triggern letztlich.

Interviewer: Triggern ist so ein Stichwort. Heute triggern Trolle, gibt es da irgendwelche Berührungspunkte?

Thomas Kaulmann: Oh ja. Natürlich. Also, witzigerweise gab es da keine großen Eklats, also es gab da keinen riesengroßen Skandal meiner Meinung nach. Also jedenfalls nicht, dass ich das mitbekommen hätte. Das hätte deutlich schlimmer ausgehen können. Dass man (im Internet?) gesagt hätte: „Ey, nein. Das geht jetzt zu weit.“ Also, stell dir mal vor, die ganzen Hater von heute, würden da quasi angerufen haben und dem ganzen Ding ein Ende gesetzt hätten. Also, es hätte passieren können letztlich. Ist aber nicht. Das achte ich da schon ein bisschen in der Szene, dass die Leute da wenigstens bei ihrem „Hallo“ geblieben sind. Und nicht weiter…

Interviewer: Also, es gab natürlich auch die Möglichkeit, Leuten, die da eben zumindest den Anrufkanal missbraucht haben, wo man erstmal durchkommen musste. Deswegen konnte man das gar nicht so systematisch machen. Aber da ist ja zum Teil den Leuten dann auch der Hahn abgedreht worden, wenn die aus dem…

Thomas Kaulmann: Ja. Das ist richtig, ja. Aber Faxe kann man halt eben, ja… Obwohl die haben sie ja auch quasi reingekeyt. Da saß ja auch immer jemand dazwischen.

Interviewer: Warst du denn da auch mal in Kassel?

Thomas Kaulmann: Nein.

Interviewer: Hast du dort kein Interesse gehabt dir das da anzugucken? … Weil die hatten da ja auch (unv.)

Thomas Kaulmann: Nein eigentlich nicht. … Aber witzigerweise, habe ich dann irgendwann mal später bei einer Firma einen Job gehabt und da habe ich einen Programmierer kennengelernt, der in Kassel programmiert hat in der Tat. Eike Dürcks heißt der. Der hat irgendwie diese ganzen Touchdown-Geschichten mitentwickelt.

Interviewer: Okay. Gib es von dir aus noch was, was du loswerden willst. Denn meine Fragen wären jetzt soweit beendet.

Thomas Kaulmann: Nein. Eigentlich nicht. Also, wenn da nichts an Fragen ist, dann ist da auch nichts. Also, nichts weiter zu sagen.

Interviewer: Ja. Du hast einiges gesagt. Vielen herzlichen Dank fürs Kommen.

Thomas Kaulmann: Ja.

Interviewer: Und dafür, dass du mit uns gesprochen hast.