Piazzetta Köln

Organisatoren / Gruppe / Initiative:
Institut für Kommunikation, Köln,
Art Service Association (ASA),
Pyromania Arts Foundation,
Ultimate Akademie,
Kunstpiraten u. a.

TeilnehmerInnen:
Bernd von den Brincken, Boris Nieslony, Stefan Römer, Hassan Dyck, Lisa Cieslik, Wolfgang Ziemer, Rolf Kirsch, Boris Hiesserer, Péter Farkas u. a.

Sendetermine (Auswahl):
22. 6. 1992, 11:45 – 11:55 / 23. 6. 1992, 11:45 – 12:00 u. a. (alle 3Sat)

Die Piazzetta Köln formierte sich unter Beteiligung verschiedener Initiativen und Künstlergruppen unter dem Namen „Quantenpool Köln“. Sie war von Juni bis Oktober 1992 in der Moltkerei Werkstatt in Köln untergebracht und gehörte zu den am häufigsten ausgestrahlten Piazzettas. Einerseits wurden vielfältige Performances und Medienkunst präsentiert, andererseits politische bzw. gesellschaftliche Themen diskutiert. Neben den Sendungen innerhalb der „Piazza virtuale“ bot der „Quantenpool Köln“ während seines Bestehens auch nahezu täglich Performances und Diskussionsveranstaltungen vor Ort.
Weiterhin initiierte Boris Nieslony in Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Péter Farkas das begleitende Projekt „The Virtual Diary“. Hieran wirkten ca. 50 KünstlerInnen aus über zwölf Nationen mit und sendeten Faxe mit künstlerischen Arbeiten ein, die in der Moltkerei Werkstatt ausgestellt wurden.

Videoclip der Piazzetta Köln

Interview mit Künstler und Theoretiker Stefan Römer

Screenshots der Piazzetta Köln

The Virtual Diary

Während die Kölner Piazzetta aus der Moltkerei Werkstatt heraus sendete, fand gleichzeitig ein weiteres Kunstprojekt satt: Péter Farkas vom IL Verlag und der Kölner Künstler Boris Nieslony, der auch an der Kölner Piazzetta beteiligt war, luden etwa 50 Künstler und Gruppen aus zwölf Ländern ein, vom 1. August bis zum 30. September 1992 ein Fax-Tagebuch zu führen. Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem Künstler der Fluxus-Gruppe und aus der Mail-Art-, Copy-Art- und Performance-Szene, so zum Beispiel Larry Miller, Milan Knížák, Endre Tót, Orlan, Anne-Mie van Kerckhoven, Nicole Guiraud, Rolf Sachsse, Katerina Koskina, Esther Ferrer, Jürgen O. Olbrich, Árnyékkötők electrographic art und Artpool.
Diese Teilnehmer wurden gebeten, in Form von Texten und Bildern ihre mentalen Zustände oder Themen, mit denen sie sich gerade beschäftigten, per Telefax an das Büro des Quantenpool Köln zu übermitteln. So entstand ein „virtuelles Tagebuch“, ein vielschichtiges und besonderes Zeugnis dieser Zeit. Die wichtigsten Beiträge wurden in zwei Ordnern zusammengefasst. Darüber hinaus existieren zahlreiche Programme, die die das Projekt außerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens reflektierten. Diese Inhalte wurden als eine ständig wechselnde „Ausstellung“ an den Wänden der Moltkerei Werkstatt gezeigt. Einige dieser Materialien sind noch vorhanden; Péter Farkas hat einige von ihnen in dem hier verlinkten PDF zusammengefasst.

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